Was einen guten Prompt für diese Aufgabe ausmacht
Ein LinkedIn-Post hat in den ersten zwei Zeilen gewonnen oder verloren, denn nur die sieht man, bevor "mehr anzeigen" nötig wird. Wer dort mit einer Selbstverständlichkeit oder einer Firmenfloskel startet, wird weggescrollt. Ein guter Prompt gibt ChatGPT deshalb den Auftrag, zuerst einen Einstieg zu finden, der eine Frage aufwirft, eine Zahl nennt oder eine Beobachtung teilt, die zum eigentlichen Thema hinführt.
Der zweite Unterschied zu einem generischen Text ist die Quelle. Ein Post, der nur "schreib etwas über [Thema]" bekommt, klingt beliebig. Ein Post, der auf einer echten Beobachtung aus dem eigenen Betrieb aufbaut, einem Projekt, einem Kundengespräch, einer Zahl, liest sich wie von einem Menschen und nicht wie von einer Vorlage.
ChatGPT kennt weder Ihr Netzwerk noch, was dort in der letzten Woche schon zehnmal gepostet wurde. Der Prompt liefert nur den sprachlichen Rahmen. Ob der Inhalt für Ihr Publikum tatsächlich neu und relevant ist, entscheiden Sie, bevor der Post online geht.
Die Prompt-Formel für diese Aufgabe
Ein Prompt, der zuverlässig funktioniert, besteht aus vier Teilen: Rolle, Kontext, Aufgabe, Format. So sehen sie für diese Aufgabe konkret aus.
Rolle
Lassen Sie ChatGPT aus der Perspektive schreiben, die zum Post passt, etwa "Du bist Geschäftsführer:in eines [Branche]-Betriebs, der auf LinkedIn Fachwissen teilt". Das verschiebt den Ton weg von der Unternehmenskommunikation hin zu einer persönlichen Stimme.
Kontext
Geben Sie das eigentliche Thema mit sowie die konkrete Beobachtung, das Projekt oder die Zahl, aus der der Post entsteht. Je persönlicher der Ausgangspunkt, desto weniger klingt das Ergebnis nach Textbaustein.
Aufgabe
Verlangen Sie ausdrücklich einen Einstieg, der in den ersten zwei Zeilen eine Frage, eine Zahl oder eine Beobachtung setzt, statt mit einer Selbstverständlichkeit zu beginnen. Sagen Sie, was der Post beim Publikum auslösen soll: Kommentar, Nachfrage, Bewerbung, Anfrage.
Format
Legen Sie Länge, Zeilenumbrüche und Hashtags fest: kurze Absätze statt Fließtext-Blöcke, eine Länge von etwa 100 bis 150 Wörtern, drei bis fünf passende Hashtags am Ende, keine Emoji-Kette, wenn das nicht zu Ihrem Ton passt.
Fertige Prompts zum Kopieren
Ersetzen Sie die Angaben in eckigen Klammern durch Ihre eigenen Fakten und legen Sie los. Die Vorlagen liefern einen Entwurf, den Sie prüfen und anpassen, kein fertiges Dokument.
Fachbeitrag aus eigener Erfahrung
Wenn Sie Fachwissen oder eine Erkenntnis aus einem Projekt teilen wollen, um Sichtbarkeit als Experte aufzubauen.
Du bist [Rolle] in einem [Branche]-Betrieb und schreibst einen LinkedIn-Post. Thema: [Thema]. Konkreter Anlass: [Projekt, Beobachtung oder Zahl aus der eigenen Praxis]. Die wichtigste Erkenntnis, die ich teilen will: [Kernaussage]. Struktur: die ersten zwei Zeilen als Hook mit einer Frage oder einer überraschenden Beobachtung, dann der Kontext in kurzen Absätzen, dann die Erkenntnis konkret und mit einem Beispiel belegt, am Ende eine Frage an die Leser:innen zur Anregung von Kommentaren. Kurze Absätze, keine Marketing-Floskeln, kein "revolutionär" oder "Game-Changer", höchstens 150 Wörter, dazu 4 passende Hashtags.
Neuigkeit aus dem Betrieb ankündigen
Wenn Sie eine neue Leistung, ein Projekt oder einen Meilenstein bekannt geben wollen, ohne wie Werbung zu klingen.
Schreibe einen LinkedIn-Post, der ankündigt: [Neuigkeit, z. B. neues Produkt, abgeschlossenes Projekt, neuer Standort]. Hintergrund: [warum das passiert ist, was dahintersteckt]. Der Post soll nicht wie eine Pressemitteilung klingen, sondern wie eine persönliche Freude oder ein Stolz-Moment aus dem Team. Beginne mit einem konkreten Moment oder einer Zahl statt mit "Wir freuen uns bekanntzugeben". Kurze Absätze, ein Satz am Ende, der zu einer Reaktion einlädt, höchstens 120 Wörter, dazu 3 Hashtags.
Offene Stelle streuen
Wenn eine offene Stelle nicht nur als Anzeige, sondern auch als organischer Post mehr Reichweite bekommen soll.
Schreibe einen LinkedIn-Post, der auf eine offene Stelle aufmerksam macht: [Stellenbezeichnung] bei [Unternehmen/Branche]. Was die Stelle besonders macht: [ein bis zwei echte Gründe, warum jemand dort arbeiten möchte, keine Floskeln wie "dynamisches Team"]. Kernaufgaben in einem Satz: [Aufgaben]. Struktur: ein Einstieg, der Neugier weckt, dann die Stelle knapp beschrieben, am Ende ein klarer Hinweis, wie man sich meldet oder wo die vollständige Anzeige steht. Ton einladend und konkret, keine Stellenanzeigen-Sprache, höchstens 130 Wörter, dazu 3 branchenpassende Hashtags.
Worauf Sie achten sollten
- Die ersten zwei Zeilen entscheiden, ob jemand weiterliest. Bitten Sie ChatGPT ausdrücklich um einen Hook, der eine Frage, eine Zahl oder eine Beobachtung setzt, keine Selbstverständlichkeit.
- Geben Sie eine echte, eigene Beobachtung oder Zahl als Ausgangspunkt mit. Ein Post ohne konkreten Anlass klingt fast immer generisch, egal wie gut der Prompt sonst formuliert ist.
- Meiden Sie Werbe-Vokabular im Prompt-Ziel selbst. Wörter wie "Game-Changer" oder "revolutionär" im Prompt landen fast immer auch im Text.
- Lassen Sie sich zwei bis drei alternative Hooks vorschlagen und wählen Sie von Hand aus. Der erste Vorschlag ist selten der stärkste.
- Lesen Sie den Entwurf laut, bevor er online geht. Ein LinkedIn-Post ist Ihre Stimme im Netzwerk, kein internes Dokument.
Weiterlesen
Wie die Prompt-Formel im Detail funktioniert und woran ChatGPT im Unternehmen an Grenzen stößt, steht im Leitfaden zur ChatGPT-Prompt-Bibliothek für Unternehmen. Weitere Aufgaben finden Sie in der Übersicht der Aufgaben-Prompts.
Häufige Fragen
Wie schreibe ich mit ChatGPT einen guten LinkedIn-Post?
Geben Sie ChatGPT das Thema, eine konkrete eigene Beobachtung oder Zahl als Anlass und verlangen Sie ausdrücklich einen Hook in den ersten zwei Zeilen, der eine Frage stellt oder eine Beobachtung teilt. Legen Sie Länge, Absatzstruktur und Hashtags fest, und lassen Sie Werbe-Floskeln im Prompt-Ziel weg.
Warum klingen KI-generierte LinkedIn-Posts oft gleich?
Weil viele Prompts nur ein Thema nennen, aber keinen konkreten, eigenen Ausgangspunkt. Ein Post ohne echte Beobachtung, Zahl oder Projekt aus dem eigenen Betrieb bleibt beliebig. Je spezifischer der Kontext im Prompt, desto weniger austauschbar der Text.
Wie viele Hashtags gehören unter einen LinkedIn-Post?
Drei bis fünf passende Hashtags reichen. Bitten Sie ChatGPT, die Hashtags zum Thema und zur Branche passend vorzuschlagen, statt generische Massen-Hashtags wie #Business oder #Erfolg zu verwenden.
Sollte ein LinkedIn-Post Emojis enthalten?
Das hängt vom Ton Ihres Unternehmens ab. Legen Sie im Prompt fest, ob Emojis passen oder nicht, sonst setzt ChatGPT sie standardmäßig eher großzügig ein. Für ein eher sachliches Auftreten bitten Sie ausdrücklich darum, auf Emojis zu verzichten.
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